Fürstenstein/Eging a.See, Juni 2026

Im Rahmen der ersten ILE-Mitgliederversammlung nach den Kommunalwahlen stand einerseits die Verabschiedung der fünf ausgeschiedenen Bürgermeister der ILE-Gemeinden im Passauer Oberland auf der Tagesordnung, andererseits aber auch die Begrüßung und Einbindung der fünf neuen Amtskollegen mit dem Gastgeber der Mitgliederversammlung Benedikt Kufner aus dem Markt Eging a.See, Christian Bernkopf aus dem Markt Windorf sowie Roman Holzinger aus der Gemeinde Salzweg, Hermann Haydn aus der Gemeinde Ruderting und Anton Käser aus der Gemeinde Witzmannsberg.

ILE-Vorsitzender Bürgermeister Stephan Gawlik dankte zunächst dem Gastgeber der Mitgliederversammlung, Bürgermeister Benedikt Kufner, der in den Bürgersaal im Eginger Rathaus eingeladen hatte. Zuvor hatte man einen Fototermin im Garten der Eginger Sonnentherme organisiert, um aktuelle Fotos mit den neuen Kollegen für die ILE-Öffentlichkeitsarbeit zu erhalten.

Darüber hinaus informierte der Vorsitzende seine neuen Amtskollegen darüber, dass ILE-Geschäftsführerin Gabriele Bergmann bereits Antrittstermine in den Gemeinden unternehme, um die „Neu-Bürgermeister“ über die Integrierte Ländliche Entwicklung (= ILE) im Passauer Oberland zu informieren. Für ihn, Gawlik, bedeute die interkommunale Zusammenarbeit als ILE-Verbund seit Gründung der ILE vor 16 Jahren einen großen Mehrwert mit „kurzen Wegen“ untereinander, vielen gemeinsamen Interessen und Berührungspunkten sowie einen vertrauensvollen und freundschaftlichen Umgang untereinder, der vieles erleichtere. „Der Zusammenhalt in unserer ILE spricht für sich und ich kann Euch nur ermuntern, sich dem ILE-Gedanken anzuschließen“, so sein Appell.

Nach der ausführlichen Begrüßung folgten die Tagesordnungspunkte, die es abzuarbeiten galt. Einer davon war kein so erfreulicher. Zu Jahresbeginn wurden ILE-Verbünde, die länger als 12 Jahre bestehen, mit der Ankündigung seitens des ALE Niederbayern bzw. des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus (StMELFT) als Fördergeber konfrontiert, man werde die Förderung für die Umsetzungsbegleitung bzw. Geschäftsstelle drastisch kürzen. So soll es ab dem kommenden Jahr nur noch 20.000 Euro Förderung für den Personaleinsatz geben. Wie ILE-Vorsitzender Stephan Gawlik berichtete, habe man sich daher mit zwei weiteren ILE-Verbünden aus der Region, die davon ebenfalls betroffen sind, ausgetauscht und vereinbart, ein Resolutionsschreiben an die zuständige Ministerin Michaela Kaniber zu senden. Die ILE-Mitglieder unterstützen dies und zeigten sich von dieser unerfreulichen Entwicklung enttäuscht und „im Stich gelassen“. Stellvertretender ILE-Vorsitzender Bürgermeister Hasenöhrl aus Büchlberg bekräftigte den Vorstoß der drei ILE-Verbünde für das gemeinsame Vorgehen und meinte: „Man darf das nicht einfach so hinnehmen, sondern muss mit Nachdruck reagieren“. Das Schreiben wird noch vor der Sommerpause auf den Weg gebracht.

Einstimmig wurde dann auch der für die nächste Förderperiode ab Januar 2027 bis Ende 2028 notwendige Förderantrag beschlossen; denn die ILE-Arbeit muss weiterlaufen. Es gebe ja immerhin so etwas wie Bestandschutz, so der ILE-Vorsitzende Bürgermeister Gawlik abschließend. „Zumindest das kann man nach so vielen Jahren erfolgreicher interkommunaler Zusammenarbeit, die man auch als Vorreiter in der Region bewiesen hat, nicht von „heute auf morgen“ einfach beenden.“

Weiterer wichtiger Punkt war anschließend die Vorstellung der Öko-Modellregion als einem Baustein der ILE Passauer Oberland, der mittlerweile auch bereits im siebten Jahr erfolgreich agiert. Projektmanagerin Pia Auberger stellte zunächst ihren Werdegang in der Runde vor und kam anschließend auf aktuelle Themen in der Öko-Modellregion sowie die laufenden Projekte zu sprechen. Zudem stellte sie eine Übersicht über die in den jeweiligen Gemeinden ansässigen Biobetriebe vor, die insbesondere für die neuen Amtskollegen von Interesse war. Weiterer Punkt, der näher beleuchtet wurde, war die laufende Streuobst-Aktion, an der fast alle ILE-Gemeinden beteiligt sind. Erfreulich ist, dass dadurch im Oktober wohl rund 400 Streuobstbäume ausgeliefert und gepflanzt werden können, ein immenser Mehrwert für Natur, Umwelt und eine gesunde Ernährung.

Abschließend informierte ILE-Geschäftsführerin Gabriele Bergmann über zahlreiche anstehende Veranstaltungen in den einzelnen, überaus erfolgreich agierenden Handlungsfeldern. Ebenfalls richtete sich der Blick nach vorne in Richtung Herbst zu den anstehenden Neuwahlen der ILE-Vereinsorgane, wie ILE-Vorsitzende sowie Schatzmeister und Rechnungsprüfer. In der nächsten Mitgliederversammlung im Oktober müsse man die Wahlen laut Satzung durchführen. Ebenso sei für Ende Oktober eine Strategieklausur vorgesehen, um auch die fachliche Einbindung der neuen Bürgermeisterkollegen in die ILE-Handlungsfelder zu gewährleisten.

Denn: ILE ist Chefsache und so müssten auch die federführenden Bürgermeister in den sechs ILE-Handlungsfeldern und der Vertretung in der ARGE (touristische Arbeitsgemeinschaft Ilztal & Dreiburgenland) neu bestimmt werden. Die Förderzusage seitens der Schule für Dorf- und Landentwicklung der Abtei Plankstetten liege für die Strategieklausur bereits vor, so die ILE-Geschäftsführerin.

Seitens des Amtes für Ländliche Entwicklung Niederbayern informierte ILE-Betreuer Franz Fraitzl darüber, dass aufgrund vieler auslaufender Verfahren in der Flurbereinigung und Bodenordnung neue Antragsmöglichkeiten bestünden, z.B. auch in der einfachen Dorferneuerung. Bei Interesse könne man sich mit den Ansprechpartnern am ALE in Verbindung setzen.