Das Entscheidungsgremium für das diesjährig zu vergebende ILE-Regionalbudget in Höhe von 100.000 Euro hatte es wahrlich nicht leicht. Aus 26 eingereichten Förderanfragen von Vereinen und Privatpersonen im Passauer Oberland verblieben letztlich 13 Projekte, die bezuschusst werden können. Sie schafften die Hürde der vorgegebenen Kriterien.

Wie immer entschied die insgesamt zur Verfügung stehende Fördersumme in Höhe von 100.000 Euro über die Zusage für die am besten bepunkteten oder die Absage für die weiter hinten platzierten Projekte nach Auszählung der Stimmen.

Alle Antragsteller zeigten mit ihren eingereichen Projekten ein Herz für die Heimat, eine notwendige Ergänzung ihrer Vereinsarbeit oder einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenleben. „Wir freuen uns, dass wir auch heuer wieder eine stattliche Anzahl an Kleinprojekten fördern können. Sie stellen wichtige Beiträge zur Attraktivität und Weiterentwicklung unserer Gemeinden dar. Unser Dank gilt allen, die durch ihr Engagement dazu beitragen“, so ILE-Geschäftsführerin Gabriele Bergmann, die als verantwortliche Stelle das Regionalbudget verwaltet.

Mitte September letzten Jahres fand der öffentliche Aufruf zur Einreichung von Kleinprojekten mit einer Gesamtsumme bis zu 20.000 Euro statt. Anfang Januar endete die Einreichungsfrist. Das fünfköpfige Entscheidungsgremium hatte dann die „Qual der Wahl“ und musste die Bewertung vornehmen. Zuvor kam vom Fördergeber, dem Amt für Ländliche Entwicklung Niederbayern mit Sitz in Landau an der Isar, die grundsätzliche Zulassung der eingereichten Projekte. Die 13 bestbewerteten Projekte kommen nun in den Genuss eines Zuschusses über das Regionalbudget. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sie rechtzeitig und komplett bis Ende September 2026 abgewickelt werden. Wenn alles so umgesetzt wird wie es beantragt wurde, könnte dieses Jahr erneut die maximale Fördersumme von 100.000 Euro zur Auszahlung kommen. Den Eigenanteil von 10 Prozent, also 10.000 Euro, tragen wie jedes Jahr die ILE -Gemeinden.

Gunda Pauli als Vertreterin der Wirtschaft, Josef Schätzl sen. als Vertreter von Hotel und Gastronomie, Richard Schenk als Vereinsvertreter sowie die beiden Bürgermeister aus Tiefenbach und Tittling, Christian Fürst und Josef Artmann als kommunale Beteiligte sind die Mitglieder des Entscheidungsgremiums. Alle Mitglieder setzten sich auch heuer wieder intensiv mit den eingereichten Projekten auseinander, die ihnen von ILE-Geschäftsführerin Gabriele Bergmann vorgestellt worden waren. Leider blieb es auch dieses Mal nicht aus, dass die ILE-Geschäftsstelle wieder zahlreiche Absagen erteilen musste.

Von der Schaumühle, einem Bienen- u. Naturlehrpfad bis zum Trachtenhut

Die ausgewählten Projekte zeigen wieder ein breites Spektrum an Aktivitäten auf, mit denen sich Vereine, Organisationen und Privatpersonen im ILE-Gebiet engagieren. Da geht es um Verbesserungen in der Vereinsarbeit, aber auch um Wissensvermittlung und sozialen Zusammenhalt.

Der Imkerverein Sittenberg beispielsweise wird einen Bienen- und Naturlehrpfad errichten, der Wanderer von Rudertings Landschaftsweiher aus bis nach Fischhaus begleiten und informieren wird. Für den Heimat- und Volkstrachtenverein Salzweg steht nach 30 Jahren die Erneuerung des vielfach genutzten Tanzbodens im Vereinsheim an sowie die Anschaffung einer zeitgemäßen IT-Ausstattung.

Für Michael Roßmeier bedeutet die Reaktivierung der alten Getreidemühle auf dem Grundstück seines Elternhauses in Besensandbach eine Herzensangelegenheit. Als ältester Betrieb des Marktes Windorf wird sie zu einer „Schaumühle“, die der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden soll. Für die Blaskapelle Kirchberg vorm Wald, die heuer ihr 55-jähriges Vereinsjubiläum feiern kann und das Bezirksmusikfest ausrichten wird, ist die Anschaffung neuer Hüte von Bedeutung. Schließlich werden die alten nicht mehr produziert und man möchte ein einheitliches Erscheinungsbild abgeben.

Für den FC DJK Tiefenbach ist die Errichtung einer barrierearmen Toilettenanlage am Sportplatz von Bedeutung, da zahlreiche ältere Stammzuschauer oder welche, die eine körperliche Einschränkung haben, dann nicht mehr bis zum mehrere hundert Meter entfernt liegenden Vereinsheim gehen müssen. Für das „Zsammkemma“ im Marklhaus in Aicha vorm Wald, das nach der Ortskernsanierung der Dorfbevölkerung als Treffpunkt dient, haben sich der KdFB, die Ministranten und der Geschichts- und Kulturverein gemeinschaftlich dafür beworben, eine entsprechende Küchenausstattung über das Regionalbudget anschaffen zu können.

Dem Tourismusverein Tiefenbach ist es wichtig, den Wanderern im Gemeindegebiet an geeigneten Standorten sog. „Waldsofas“ zum Genuss der Landschaft und als Rastmöglichkeit zur Verfügung zu stellen. Für die Dreiburgen-Schützen Tittling ist das Vereinsheim zu eng geworden. Sie werden durch einen Anbau der steigenden Mitgliederentwicklung durch Lagermöglichkeiten und Umkleiden Tribut zollen. Der Blaskapelle Dreiburgenland ist die Verbesserung der Akustik im Probenraum wichtig. Dazu werden ein Akustikvorhang sowie Deckenpaneelen angebracht. Der Heimat- und Volkstrachtenverein Birkenstoana aus Oberpolling möchte dauerhaft die Standsicherheit des Maibaums sicherstellen und für diesen daher ein stählernes Fundament errichten.

Der noch junge Straßenhockey-Verein aus Otterskirchen trainiert rund 40 Jugendliche derzeit auf dem alten Areal des Stockschützenvereins. Die Bahnen dort gehören dringend aufgewertet, um die Verletzungsgefahr einzudämmen. Der Volkstrachtenverein d`Ilztaler aus Witzmannsberg möchte seinen verstorbenen Mitgliedern durch die Anschaffung einer speziellen Trauertracht die Ehre erweisen. Für den Garten- und Landschaftspflegeverein und den „Lebensraum für Bodenbrüter e.V.“ aus Nammering stellt die Pflege von Blühflächen und Streuobstwiesen einen Schwerpunkt dar. Sie pflegen gemeinsam rund 24.000 m² Flächen im Gemeindegebiet Fürstenstein und benötigen zur Erleichterung dieser Arbeit einen Balkenmäher und Bandrechen.

Die ILE-Geschäftsstelle wird die Projekte zusammen mit den Antragstellern auf den Weg bringen und in ihrer Umsetzung, die bis spätestens Ende September komplett abgeschlossen sein muss, betreuen. Die Passauer Oberland Gemeinden wünschen den beteiligten Antragstellern viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Vorhaben und einen reibungslosen Verlauf.