Das inzwischen 16. Unternehmertreffen des Wirtschaftsnetzwerks Passauer Oberland führte in das Gewerbegebiet der ILE-Mitgliedsgemeinde Aicha vorm Wald. Zwei benachbarte Betriebe siedelten sich dort erst vor wenigen Jahren an. „Klein, aber fein und sehr interessant“, so die oft gehörte Meinung der rund 30 Gäste nach der Besichtigung der Betriebe und deren Vorstellung durch die Gastgeber.

Zunächst begrüßte Bürgermeister Georg Hatzesberger die Gastgeberfamilien und Gäste bei der ersten der beiden Stationen: dem in Niederbayern einzigen und einzigartigen Tierkrematorium „Himmelspfote“ von Daniel Markus und seiner Schwester Stefanie Markus. Die Idee, ein Tierkrematorium zu errichten bzw. zu betreiben hing, wie Daniel Markus beschreibt, mit seiner eigenen, traurigen Erfahrung beim Heimgang seiner geliebten Hündin „Katy“ zusammen. Er ließ sie damals einäschern und erhielt sie lieb- und teilnahmslos in einem weißen Karton ausgehändigt.
Dieses Negativerlebnis ließ in ihm den Wunsch keimen, den bisherigen Beruf „an den Nagel“ zu hängen und ein Tierkrematorium zu errichten. Aber wo? Eine lange Odyssee begann, die schließlich bei der Gemeinde Aicha vorm Wald auf offene Ohren stieß.  Aber es warteten weitere Hürden seitens zuständiger Behörden, die das Vorhaben um rund drei Jahre hinauszögerten. Er und seine ihm zur Seite stehende Schwester Stefanie, die das gemeinsame Vorhaben als „Herzensprojekt“ beschreibt, gaben jedoch nicht auf und eröffneten schließlich 2024 das in Niederbayern einzige Tierkrematorium. Mittlerweile kommen Kunden aus der gesamten Region und sogar aus der Oberpfalz und Franken, um bei ihnen in würdigem Rahmen von ihren Tieren Abschied zu nehmen.

Die Anlieferung der verstorbenen Tiere muss getrennt vom „Beratungsbereich“ an einem eigenen Zugang erfolgen. Dort werden sie vorbereitet bevor sie in den mindestens 850 Grad heißen Ofen zur Verbrennung kommen. Je nach Körpergröße dauert der Brennvorgang unterschiedlich lange. Die Technik, die dahintersteht, ist genau wie auch der finanzielle Aufwand, den die Betreiber zu stemmen hatten, beträchtlich. Rund 1,8 Millionen Euro wurden investiert! Die Anlage ist gasbetrieben, was in der derzeitigen Weltlage dazu führt, dass die Energiekosten entsprechend hoch sind. Weiterer nennenswerter Bestandteil – außer des Ofens – ist eine Aschenmühle.

Etwas nüchterner, aber nicht weniger eindrucksvoll ging es dann bei der zweiten Station weiter. Die Besichtigung und Vorstellung des Ingenieurbüros März. Michael März und seine Frau Christina stellten gemeinsam ihren Betrieb, der als Kfz-Sachverständigenbüro ausgerichtet ist, vor. Im November 2022 bezog man den neuen Standort in Aicha vorm Wald. Im Jahr 2016 übernahm Michael März das 1992 gegründete Ingenieurbüro Hohenwarter aus Passau. Zunächst war es in Ruderting angesiedelt.
Zwei Prüfingenieure unterstützen Michael März bei der Arbeit, einer davon im Außendienst, z.B. bei Speditionen oder Kfz-Werkstätten, der andere in der betriebseigenen Werkstatt. Als TÜV Süd Autopartner ist der Betrieb in Niederbayern ebenfalls fast einzigartig; nur in Landshut gibt es noch einen Partnerbetrieb.
Neben sämtlichen bekannten Fahrzeuguntersuchungen übernimmt das Ingeniuerbüro auch Schadengutachten und Fahrzeugbewertungen.
Das sind bevorzugt die Aufgabenbereiche vom Inhaber selbst. Mit der Standortwahl sei man sehr zufrieden, so Christina März, die ihren Ehemann im Büro mit zwei Angestellten unterstützt. Der Einzugsbereich reiche sogar bis in den Landkreis Freyung-Grafenau.
Hingucker war bei der Betriebsbesichtigung ein auf der Hebebühne schwebender Transporter mit Elektroantrieb, der auch von unten betrachtet werden konnte. So begaben sich immer wieder ein paar Interessierte „in die Grube“, um den Akku oder andere Teile des
Fahrzeugs zu begutachten. Das Ganze natürlich unter fachmännischer Anleitung des Gastgebers.

Bei den Abschlussworten und der Übergabe der Trophäe „Unternehmen im Wirtschaftsnetzwerk Passauer Oberland“ betonte ILE-Vorsitzender Bürgermeister Stephan Gawlik, die Bedeutung von großen wie kleineren Betrieben, die alle ihren Teil zum Wirtschaftsstandort beitrügen und die man gleichermaßen schätze. „Mit Stolz können wir auf eine hohe Vielfalt an Betrieben in unserer Region blicken“, so sein abschließendes Resümee. Seinen Dank richteten er und die anwesenden Bürgermeisterkollegen aus Aicha vorm Wald, Ruderting, Eging a.See und Windorf an die Gastgeber des Abends und ILE-Geschäftsführerin Gabriele Bergmann, die alles organisiert hatte.