{"id":4628,"date":"2025-05-28T12:39:17","date_gmt":"2025-05-28T10:39:17","guid":{"rendered":"https:\/\/passauer-oberland.de\/?p=4628"},"modified":"2025-06-05T10:08:31","modified_gmt":"2025-06-05T08:08:31","slug":"eine-perfekte-partnerschaft-die-milch-machts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/passauer-oberland.de\/?p=4628","title":{"rendered":"Eine perfekte Partnerschaft \u2013 die Milch macht`s"},"content":{"rendered":"<h2 class=\"article__subtitle\">Kirchberger Stub&#8217;n kocht t\u00e4glich f\u00fcr 700 Kinder &#8211; die Milch kommt vom Bio-Heumilchhof Dankesreiter<\/h2>\n<div class=\"article__teaser\">Kirchberg v. Wald\/Tiefenbach\/Tittling. Gem\u00fcse schneiden, Schnitzel braten, frisches Kartoffelp\u00fcree und Vanille-Pudding kochen \u2013 wenn sich Karina und Wilfried Maier von der Kirchberger Stubn in aller Herrgottsfr\u00fche in ihrer Wirtshaus-K\u00fcche an die Arbeit machen, ist jeder Handgriff streng getaktet. Um 9.45 Uhr holt der erste Lieferwagen-Fahrer das Mittagessen f\u00fcr 6 Passauer Einrichtungen ab, im Laufe des Vormittags begeben sich vier weitere Essenstransporter auf ihre Routen. Die Maiers und ihr Team kochen t\u00e4glich f\u00fcr 700 Kindergartenkinder und (Berufs-)Sch\u00fcler ein frisches Mittagessen. Alles \u201ejust-in-time\u201c, denn damit die Gerichte appetitlich bleiben und nicht aufgew\u00e4rmt werden m\u00fcssen, d\u00fcrfen zwischen Herd und Schulkantine nicht mehr als 30 Minuten verstreichen.<\/div>\n<div class=\"article__content\">\n<p>\u201eDie Logistik ist herausfordernd\u201c, sagt Wilfried Maier, doch das \u00e4ndert nichts an seinem Qualit\u00e4tsanspruch: Schon immer war ihm Regionalit\u00e4t sehr wichtig. \u201eUnsere Bauern sollen auch was davon haben\u201c, findet der Wirt. Obwohl er keine Bio-Zertifizierung hat, kauft er schon l\u00e4nger Obst und Gem\u00fcse vom Permakulturhof Wei\u00df und beim Gem\u00fcsehof Fischl, zwei Bio-Betrieben aus der \u00d6ko-Modellregion. Zum Caterer ist er geworden, als vor 13 Jahren der Kirchberger Kindergarten nach einem Mittagessen fragte. Seitdem riefen immer mehr Einrichtungen an. Mittlerweile beliefert er mit seinen gro\u00dfen Warmhalteboxen 22 Kinderg\u00e4rten und Schulen in Stadt und Landkreis Passau, darunter der Kinderhort St. Anton in Passau, die Grundschule Ruderting, der Kindergarten in Salzweg und viele mehr.<\/p>\n<p>Direkte, regionale Lieferbeziehungen sind auch das Anliegen von Pia Auberger, der umtriebigen Managerin der \u00d6ko-Modellregion Passauer Oberland, und ihrem \u201eChef\u201c, Tiefenbachs B\u00fcrgermeister Christian F\u00fcrst von der ILE Passauer Oberland. Seit Pia Auberger im September 2022 ihre Arbeit aufgenommen hat, ist sie unentwegt am Kontakte-Vermitteln, Verbindungen-Herstellen und Informationen-Teilen. Auf ihre Nachfrage hin hat Wilfried Maier im April 2023 Interesse an regionaler Milch bekundet. Sie kommunizierte den Bedarf \u00fcber ihren E-Mail-Verteiler an \u201eihre\u201c Biobauern, und es meldete sich der Bio-Heumilch-Hof Dankesreiter in Muth bei Tittling.<\/p>\n<p>Steffi und Franz Dankesreiter wollten schon l\u00e4nger einen Teil der Milch ihrer 65 K\u00fche an Gastronomen liefern, doch das war mangels eines Spezialger\u00e4tes zum Erhitzen der Milch nicht m\u00f6glich. \u201eFrischmilch d\u00fcrfen wir in unserem Verkaufsstand an Endverbraucher vermarkten, aber wenn man Milch woanders hin liefert, muss sie pasteurisiert sein\u201c, erkl\u00e4rt Franz Dankesreiter. Die planbare Milchabnahme, die ihm die Kirchberger Stubn in Aussicht stellte, machte ihm und seiner Frau die Anschaffung eines Pasteurs leicht. Damit alles seine Richtigkeit hat, lie\u00dfen sie ihre neue Kleinmolkerei EU-zertifizieren, was ein bisschen Zeit in Anspruch nahm. Doch das Ergebnis rechtfertigte den Aufwand: Seit Januar 2024 liefern die Dankesreiters jede Woche rund 100 Liter Bio-Heumilch an die Kirchberger Stubn.<\/p>\n<p>Eine Win-win-Situation f\u00fcr alle Beteiligten: Pudding, Milchreis und der selbstgemachte Kartoffelbrei mit den Kartoffeln vom Biohof Fischl in Kirchberg w\u00fcrden mit der regionalen Milch aromatischer schmecken, schw\u00e4rmt Koch Wilfried Maier. Genauso begeistert ist er von der M\u00fcllvermeidung: Hatte er vorher jede Woche 100 Tetrapaks zu entsorgen, bekommt die heimische Bio-Milch nun in wiederverwendbaren 10-Liter-Eimern vor die Haust\u00fcr geliefert. \u201eEine WhatsApp-Bestellung zwei Tage vorher gen\u00fcgt\u201c, erz\u00e4hlt er von der Partnerschaft mit den Dankesreiters, bei denen er auch Rindfleisch bestellt, wenn ein Tier geschlachtet wird.<\/p>\n<p>Auch die jungen \u201eEndkunden\u201c profitieren: \u201eWeil die K\u00fche nur Heu und Gras zu fressen bekommen und keine Silage, ist in ihrer Milch das Verh\u00e4ltnis von Omega 3- und Omega 6-S\u00e4uren ern\u00e4hrungsphysiologisch sehr g\u00fcnstig\u201c, erkl\u00e4rt Pia Auberger, was Heumilch so besonders macht. F\u00fcr Koch Wilfried Maier ist vor allem die Regionalit\u00e4t von Bedeutung \u2013 und dass es den Kindern schmeckt. Zwar ist die regionale Biomilch etwas teurer als die Tetrapaks. \u201eAber das ist im Budget drin. Die Preise pro Mittagessen sind gleichgeblieben\u201c, sagt Wilfried Maier. \u201eDas zeigt, dass bio und regional nicht automatisch teurer sein muss\u201c, betont Pia Auberger.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklich mit der Partnerschaft ist auch Biobauer Franz Dankesreiter. Den Gro\u00dfteil seiner Milch l\u00e4sst er aktuell von der Molkerei SalzburgMilch abholen. \u201eSalzburgMilch ist die n\u00e4chstgelegene Molkerei die Bio-Heumilch veredelt. Ich bin aber froh um jeden Liter, den ich regional absetzen kann\u201c, sagt er. Von der Hofk\u00e4serei Haindl in F\u00fcrstenzell l\u00e4sst er K\u00e4se machen, den er selbst verpackt und ab Hof verkauft. Eine Eisdiele in Sch\u00f6llnach macht von seiner Bio-Milch Eis, und auch das Gasthaus Hafner in Perlesreut sch\u00e4tzt den Inhalt seiner Mehrweg-Eimer. Beide Milch-Partnerschaften wurden erst m\u00f6glich durch den Pasteur, den er kaufte, nachdem ihm die \u00d6ko-Modellregion den ersten Abnehmer vermittelte hatte.<\/p>\n<p>\u201eEs freut uns sehr, dass wir Landwirtschaft und Gastronomie zusammenbringen konnten. Die direkte Lieferbeziehung ist ein toller Erfolg f\u00fcr unsere \u00d6ko-Modellregion\u201c, findet B\u00fcrgermeister Christian F\u00fcrst, \u201esolche Partnerschaften machen uns unabh\u00e4ngiger von Zwischenh\u00e4ndlern und damit resilienter.\u201c<\/p>\n<p>Text: Simone Kuhnt<\/p>\n<p>Bild: Simone Kuhnt<\/p>\n<p>Verbunden durch die \u00d6ko-Modellregion: Biobauer Franz Dankesreiter (2.v.l. ) und Caterer Wilfried Maier (2.v.r.) von der Kirchberger Stubn mit ihren Vermittlern Pia Auberger (r.) und\u00a0 B\u00fcrgermeister Christian F\u00fcrst (l.).<\/p>\n<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kirchberger Stub&#8217;n kocht t\u00e4glich f\u00fcr 700 Kinder &#8211; die Milch kommt vom Bio-Heumilchhof Dankesreiter Kirchberg v. Wald\/Tiefenbach\/Tittling. 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